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Das 50,2 Hertz Problem

Die Problematik - Überarbeitung der Netzanschlussbedingungen

Ihre Photovoltaikanlage wurde bei der Inbetriebnahme entsprechend den zu diesem Zeitpunkt geltenden Netzanschlussbedingungen so eingestellt, dass sie sich bei einer bestimmten Netzfrequenz automatisch abschaltet. Die Netzanschlussbedingungen mussten in der Zwischenzeit überarbeitet werden, damit die Versorgungssicherheit in Deutschland nicht gefährdet wird. Infolgedessen muss nun auch die Einstellung Ihrer Anlage geändert werden. Diese Änderung ist notwendig geworden, weil mittlerweile sehr viele Photovoltaikanlagen und andere dezentrale Erzeugungsanlagen in Deutschland errichtet worden sind. Da alle Anlagen bei dem gleichen Frequenzwert automatisch abschalten, kann diese plötzliche Abschaltung einer so großen Erzeugungsleistung die Systemstabilität in Deutschland und des gesamten europäischen Verbundsystems negativ beeinflussen.

Weitere Informationen zu dieser Problematik finden Sie unter folgenden Links:

Wir haben für Sie auch eine Sammlung der Häufig gestellten Fragen (FAQ) eingerichtet.

FAQ zur Nachrüstung Ihrer Photovoltaikanlage

Warum ist die Nachrüstung erforderlich?

In den letzten Jahren hat die Einspeisung von Strom aus dezentralen Energieerzeugungsanlagen - insbesondere von Photovoltaikanlagen - erheblich zugenommen. In der Vergangenheit sollten sich Photovoltaikanlagen bei Erreichen der Frequenz von 50,2 Hz unverzüglich abschalten. Im Extremfall wird dadurch aber heute eine Leistung von mehreren Gigawatt vom Netz getrennt. Dadurch  entsteht ein Risiko für den sicheren und stabilen Netzbetrieb. Um das hohe Maß an Versorgungssicherheit weiterhin zu gewährleisten, wurden gemeinsam von der Bundesregierung, den Netzbetreibern und den betroffenen Verbänden Maßnahmen zur Umrüstung von Photovoltaikanlagen erarbeitet.

Was wird genau nachgerüstet?

Nachgerüstet werden müssen Wechselrichter und – falls vorhanden – ein Gerät zum Entkupplungsschutz. Wir sind als Netzbetreiber verpflichtet, die Nachrüstungsmaßnahmen auszuschreiben, das qualifizierte Personal zu beauftragen und fristgerecht die Nachrüstung der betreffenden Anlagen erfolgreich durchzuführen. Damit wir einen Überblick über die bei Ihnen eingesetzte Technik erhalten, bitten wir Sie, den als Anlage beigefügten Fragebogen vollständig ausgefüllt und unterschrieben an uns zurück zu schicken.

Welche Photovoltaikanlagen müssen nachgerüstet werden?

Gemäß der Systemstabilitätsverordnung müssen nur Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kW im Sinne der Verordnung nachgerüstet werden. Konkret werden folgende Photovoltaikanlagen nachgerüstet:

Photovoltaikanlagen, die am Niederspannungsnetz angeschlossen sind, mit einer installierten Leistung von:

a) mehr als 10 kW, die nach dem 31.08.2005 und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden oder
b) mehr als 100 kW, die nach dem 30.04.2001 und vor dem 1.1.2012 in Betrieb genommen wurden.

Photovoltaikanlagen, die am Mittelspannungsnetz angeschlossen sind, mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kW, die nach dem 30.4.2001 und vor dem 1.1.2009 in Betrieb genommen wurden.

Dabei gelten mehrere Anlagen an einem Standort als eine Anlage, wenn Sie innerhalb von 12 Kalendermonaten errichtet wurden.

Welche Fristen gelten für die Nachrüstung Ihrer Photovoltaikanlage?

  1. Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW sind bis zum 31.8.2013,
  2. Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 30 kW sind bis zum 31.5.2014 und
  3. Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kW sind bis zum 31.12.2014

nachzurüsten.

Wann wird Ihre Photovoltaikanlage nachgerüstet?

Die Umrüstung Ihrer Leistungsklasse ist im Zeitraum 2013 bis 2014 vorgesehen. Um Ihren genauen Umrüstungstermin zu vereinbaren, wird sich eine von uns beauftragte Firma mit Ihnen in Verbindung setzen. Der Termin wird Ihnen mindestens vier Wochen im Voraus schriftlich durch die beauftragte Firma mitgeteilt. Können Sie den vorgeschlagenen Termin nicht wahrnehmen, haben Sie die Möglichkeit, bis spätestens eine Kalenderwoche vor dem Terminvorschlag einen neuen Zeitpunkt vorzuschlagen. Dieser darf maximal drei Wochen nach dem ursprünglich vorgeschlagenen Termin liegen.

Worin besteht Ihre Mitwirkungspflicht?

Diese Pflicht beinhaltet u. a. die Rücksendung des vollständig ausgefüllten Fragebogens sowie das Zustandekommen eines Termins zur Umrüstung innerhalb der genannten Fristen.

Kosten, die Ihnen entstehen, falls Sie für das Ausfüllen des Abfragebogens eine fachkundige Person / Firma beauftragen, können nicht übernommen werden. Die Umrüstung ist für Sie kostenlos, es sei denn, Sie möchten von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und selbst eine Firma für die Nachrüstung vorschlagen. Gemäß der Systemstabilitätsverordnung muss diese jedoch von uns als Netzbetreiber beauftragt werden. Die ggf. durch diesen Auftrag entstehenden Mehrkosten –  gegenüber der Beauftragung einer anderen Firma durch uns –  müssen Sie selbst tragen. Wenn Sie dieses Wahlrecht ausüben möchten, benennen Sie uns bitte im Fragebogen die gewünschte Firma. Hierbei müssen Sie uns nachweisen, dass es sich bei der Firma um eine Elektrofachkraft handelt und sie entsprechende wechselrichterspezifische Spezialkenntnisse zur 50,2-Hz-Umrüstung besitzt, um Wechselrichter umrüsten zu können.

Systemstabilitätsverordnung (SysStabV)

Die an den Übertragungsnetzbetreiber gemeldeten Kosten zur Umsetzung der Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) sind im unten stehenden Download veröffentlicht:

Downloads Systemstabilitätsverordnung