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Die EEG Umlage

Die EEG Umlage für 2014

Die EEG Umlage

Für „nichtprivilegierte Letztverbraucher“ steigt im nächsten Jahr die EEG-Umlage um 0,963 auf 6,240 Ct/kWh. Der dynamische Ausbau der Stromerzeugung aus Wind, Sonne und Biomasse ist nur einer der Gründe für die Erhöhung, bestätigt die Analyse der vorgelegten Zahlen.

Nach der von den vier Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) am 15. Oktober veröffentlichten Prognose wird die durch das EEG bezuschusste Stromerzeugung 2014 auf 149,2 Mrd. kWh steigen. Das sind 14,8 Mrd. kWh (+11 %) mehr, als der Berechnung der EEG-Umlage für das Jahr 2013 zugrunde gelegt wurde. Interessant sind die erwarteten Veränderungen bei der Verwendung des EEG-Stroms: 53,9 Mrd. kWh (ein Plus von 1,7 Mrd. kWh bzw. 3 %) werden von den Übertragungsnetzbetreibern abgenommen, 2,8 Mrd. kWh PV-Strom (ein Plus von knapp 0,5 Mrd. kWh bzw. 19 %) von den Erzeugern selbst verbraucht) sowie 92,5 Mrd. kWh (ein Plus von 11,6 Mrd. kWh bzw. 14 %) von den Anlagenbetreibern oder ihren Dienstleistern direkt vermarktet. Der Anteil der Direktvermarktung steigt somit von 60 auf 62 %.
 
EEG-Förderung steigt um 15 Prozent auf 21,9 Mrd. Euro

Die an Betreiber von EEG-Anlagen 2014 geleisteten Zahlungen werden auf 21,9 Mrd. Euro steigen, ein Plus von 2,9 Mrd. Euro (+15 %). Dem stehen die Gutschriften für vermiedene Netznutzungsentgelte (0,7 Mrd. Euro, ein Plus von 0,2 Mrd. Euro bzw. 40 %) und die Erlöse der ÜNB aus der Vermarktung des abgenommenen EEG-Stroms (2,2 Mrd. Euro, ein Minus von 0,35 Mrd. Euro bzw. 14 %) gegenüber. Damit muss eine um 3,3 Mrd. Euro auf 19,4 Mrd. Euro (+20%) gestiegene Deckungslücke durch Kostenumlage auf die Stromverbraucher ausgeglichen werden.
 
Auch bei diesen Zahlen lohnt sich der zweite Blick: Der größte Kostenblock bei den Ausschüttungen an die Anlagenbetreiber bleiben in der EEG-Prognose die Festvergütungen. Die Direktzahlungen steigen um 0,8 Mrd. Euro (+6 %) auf 13,5 Mrd. Euro, womit die durchschnittliche Festvergütung unverändert auf rund 24 Ct/kWh geschätzt wird. Die Deckungslücke aus den Direktzahlungen erhöht sich in der Prognose um 1 Mrd. Euro auf 10,7 Mrd. Euro (+10 %), weil der durchschnittliche Erlös nur noch mit 4 Ct/kWh kalkuliert wird, während es in der Vorjahresprognose noch 5 Ct/kWh waren.
 
1,5 Mrd. Euro Belastung durch gefallene Strompreise

Die Zahlungen zur Stützung der Direktvermarktung werden für 2014 auf 8,4 Mrd. Euro geschätzt, was eine Zunahme um 2,2 Mrd. Euro (+26 %) gegenüber der Prognose für 2013 steht. Die prognostizierte durchschnittliche Marktprämie steigt von 7,4 auf 9 Ct/kWh, wobei auch an dieser Stelle sich die Strompreisentwicklung bemerkbar macht: Der energieträgerspezifische Marktwert, der den Direktvermarktern bei der Berechnung der Marktprämie von der garantierten Vergütung abgezogen wird, fällt mit den Börsenpreisen. Die durchschnittliche Managementprämie geht von 0,55 Ct/kWh leicht auf 0,5 Ct/kWh zurück.
 
Ohne die gesunkenen Strompreise, die vor allem der Verschiebung der Merit Order durch das steigende Marktangebot der erneuerbaren Energien zu verdanken sind, wäre die Deckungslücke aus den EEG-Vergütungen wohl um 1,5 Mrd. Euro geringer ausgefallen. Um diesen Betrag fallen aber auch die Beschaffungskosten der Stromlieferanten, sofern sie sich nicht durch teuere Termingeschäfte gebunden haben.
 
Zusätzliche Positionen, die in die Deckungslücke eingehen, sind die gesetzlich vorgeschriebene 10-prozentige Liquiditätsreserve, die um 0,3 Mrd. Euro (+19 %) auf 1,9 Mrd. Euro steigt, sowie das bis zum 31. September des jeweiligen Jahres angehäufte Defizit des EEG-Kontos, das 2013 mit 2,2 Mrd. Euro um 0,4 Mrd. Euro (-15 %) geringer als in 2012 bilanziert wurde.
 
Privilegierte Strommenge erhöht sich um 11 Prozent

Der aus dem EEG resultierende Umlagebetrag ist damit für 2014 insgesamt auf 23,6 Mrd. Euro (ein Plus von 3,2 Mrd. Euro bzw. 16 %) gestiegen. Diese Belastung wird allerdings immer ungleichmäßiger verteilt: In der Prognose für 2013 war durch Ausnahmen im EEG für energieintensive Industrie eine Strommenge von 96,2 Mrd. kWh teilweise oder fasst vollständig von der Umlage befreit, sodass die Kosten der Förderung erneuerbarer Stromversorgung auf nichtprivilegierte Letztverbraucher mit einer Stromabnahme von 385,8 Mrd. kWh umgelegt wurden. In der Prognose für 2014 wird die Befreiung auf 106,5 Mrd. kWh (+11 %) steigen, die EEG-Kosten werden auf den Verbrauch von 377,9 Mrd. kWh (-2 %) umgelegt. Somit steigt für 2014 die EEG-Umlage für nichtprivilegierte Letztverbraucher von derzeit 5,277 Ct/kWh um 18 % auf 6,240 Ct/kWh.
 
Würde der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Einsparungen in der Strombeschaffung verursachergerecht dem EEG-Konto gutgeschrieben werden, müsste die EEG-Umlage nur auf 5,848 Ct/kWh steigen. Würden zusätzlich die Kosten der Ökostromförderung gleichmäßig auf jede verbrauchte kWh verteilt, könnte die EEG-Umlage sogar auf 4,562 Ct/kWh gesenkt werden. Um die Privilegierung der Industrie aufrecht zu erhalten, müssten rund 4,9 Mrd. Euro aus Steuermitteln aufgebracht werden, was sicherlich die Diskussion über die Einschränkung der Ausnahmeregelungen beleben würde.

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